Kleine Lebensfreuden
Januar/Februar 2007


Kürzlich lief mir die folgende kleine Geschichte über den Weg:

Ein Gastwirt warb für die Spezialität seines Hauses: "Wachtel-Terrine mit Rindfleisch!" Darunter stand ein sehr günstiger Preis.

Ein Gast erkundigte sich beim Wirt, in welchem Verhältnis denn Wachtel- und Rindfleisch in der Terrine enthalten seien. Er erhielt die Antwort:
"Eins zu eins!"

Später fragte ein Freund den Gastwirt: "Ist das Verhältnis wirklich eins zu eins?" – "Ja, sicher", bestätigte der Wirt, "eine Wachtel auf eine Kuh!"

Kennen Sie das auch? Manchmal sagen wir zwar die Wahrheit, aber das, was wir nicht gesagt haben, macht diese Wahrheit zur Lüge.....
Einen herzlichen Gruß von Ihrer Helena Brandl





Kleine Lebensfreuden
November/Dezember 2006

Wenn die Tage kürzer werden, wenn Advent und Weihnachten nahen, dann zünden wir gerne Kerzen in unseren Zimmern an. Neulich brannte eine kleine Kerze auf unserem Esstisch, und auf einmal fing sie an zu erzählen:


«Jetzt habt ihr mich entzündet und schaut in mein Licht. Ihr freut euch an meiner Helligkeit, an der Wärme, die ich spende. Und ich freue mich, dass ich für euch brennen darf.
Wäre dem nicht so, läge ich vielleicht irgendwo in einem alten Karton - sinnlos, nutzlos. Sinn bekomme ich erst dadurch, dass ich brenne.
Aber je länger ich brenne, desto kürzer werde ich. Ich weiß. Es gibt immer beide Möglichkeiten für mich: entweder bleibe ich im Karton, unangerührt, vergessen, im Dunkeln. Oder aber ich brenne und verzehre mich, gebe alles her, was ich habe, zugunsten des Lichtes und der Wärme.
Ich denke, es ist viel schöner, etwas herzugeben zu dürfen, als kalt zu bleiben und im düsteren Karton zu liegen.
Schaut, und so ist es auch mit euch Menschen!
Entweder ihr zieht euch zurück, bleibt für euch, und es bleibt kalt und leer. Oder ihr geht auf die Menschen zu und schenkt ihnen von eurer Wärme und Liebe, dann erhält euer Leben einen Sinn.
Aber dafür müsst ihr etwas von euch selbst hergeben, etwas von eurer Freude, von eurer Herzlichkeit, von eurem Lachen, vielleicht auch von eurer Traurigkeit. Ihr müsst euch verschenken. Ich meine, nur wer sich verschenkt, wird reicher. Nur wer andere froh macht, wird selbst froh. Je mehr ihr für andere brennt, um so heller wird es in euch selbst.
Also, lasst euch ein wenig Mut machen von mir, einer winzigen, kleinen Kerze.»

Ein gesegnetes Weihnachtsfest mit viel Kerzenschein wünscht Ihnen herzlich
Ihre Helena Brandl





Kleine Lebensfreuden
März/April 2006

Vor einigen Tagen las ich eine Geschichte aus dem Leben von Eddie Organ. Was sie vor genau 60 Jahren als junges Mädchen erlebte, das möchte ich Ihnen hier nacherzählen:

Das Osterfest 1946 werde ich wohl nie vergessen. Ich war vierzehn Jahre alt und wohnte zu Hause mit meinen Geschwistern und meiner Mutter. Mein Vater war fünf Jahre zuvor gestorben und hatte Mama mit sieben schulpflichtigen Kindern und ohne Geld zurückgelassen. Auf vieles mussten wir verzichten.

Vier Wochen vor Ostern kündigte der Pastor unserer Kirchengemeinde an, er wolle eine besondere Osterkollekte einsammeln, um einer armen Familie zu helfen. Er forderte alle auf zu sparen und großzügig zu spenden.

Wir überlegten was wir tun könnten um möglichst viel Geld für die Kollekte zusammen zu bekommen. Einen Monat aßen wir fast nur Kartoffeln um damit Essensgeld zu sparen. Wir machten möglichst wenig Licht an, hörten kein Radio um damit Strom zu sparen. Meine Geschwister und ich schwirrten als Babysitter, Putz- und Gartenhilfen aus, und häkelten unermüdlich Topflappen, die sich gut verkaufen ließen.

Dieser Monat war einer der besten unseres Lebens. Jeden Tag zählten wir das Geld und unterhielten uns darüber wie sehr sich die arme Familie über das Geld von der Gemeinde freuen würde. Zu unserer Gemeinde gehörten ungefähr 80 Mitglieder und wir rechneten uns aus, dass dann ungefähr zwanzig Mal soviel zusammenkommen würde.

Endlich war es soweit. Einen Tag vor Ostern ging ich mit meiner jüngsten Schwester in den Laden um das viele Kleingeld einzutauschen. Wir brachten stolz drei brandneue 20-Dollar-Noten und einen 10-Dollar-Schein nach Hause. Soviel Geld hatten wir noch nie besessen! Wir konnten den nächsten Tag kaum erwarten.

Am Ostersonntag saßen wir stolz und glücklich im Gottesdienst. Als die spezielle Kollekte eingesammelt wurde legten wir unsere vier Scheine in den Opferkorb. Auf dem Heimweg sangen wir ein Lied nach dem anderen. Zum Mittagessen hatte dann Mama eine Überraschung für uns: Es gab gekochte Ostereier und Bratkartoffeln.

Am Spätnachmittag kam der Pastor mit seinem Auto angefahren. Mama ging zur Haustür, sprach ein paar Worte mit ihm und kam dann mit einem Briefumschlag in der Hand zurück. Schweigend riss sie den Umschlag auf, und ein Bündel Geldscheine fiel heraus: drei brandneue 20-Dollar-Noten, ein 10-Dollar-Schein und siebzehn 1-Dollar-Noten. Keiner von uns sprach ein Wort. Hatten wir uns eben noch wie Millionäre gefühlt, so kamen wir uns jetzt vor wie der letzte Dreck.

Wir Kinder hatten bis jetzt solch ein glückliches Leben geführt. Eine wunderbare Mutter, ein Haus voller Geschwister und anderer Kinder, die ständig bei uns ein und aus gingen. Ich wusste, dass wir viele Dinge, die andere besaßen, nicht hatten, aber ich hatte uns nie als arm empfunden. Erst an diesem Ostersonntag kam ich dahinter. Der Pastor hatte uns das Geld gebracht, das für die arme Familie bestimmt war, folglich mussten wir arm sein.

Die nächste Woche war für uns alle sehr bedrückend. Was sollten wir nur mit dem Geld machen? Wir wussten es nicht. Was machen arme Leute mit Geld?

Am Sonntag wollten wir erst garnicht in die Kirche gehen. Dann gingen wir doch, weil Mama das so wollte. Ein Missionar war zu Gast. Er erzählte uns, dass Menschen in Afrika ihre Kirchengebäude aus Lehm selbst bauten, das Dach aber in Auftrag geben müssten. Dafür bräuchten sie Geld, was sie nicht hätten. Ein Dach koste etwa 100 Dollar. Dann fragte er uns, ob wir dafür nicht etwas zusammen legen könnten, um diesen armen Menschen zu helfen.

Wir schauten uns an und lächelten zum ersten Mal seit einer ganzen Woche. Mama holte den Umschlag aus ihrer Handtasche, wir alle nickten ihr zu, und sie legte ihn in den Opferkorb.

Als die Kollekte gezählt wurde, gab der Pastor bekannt, dass etwas mehr als 100 Dollar zusammen gekommen waren. Der Missionar freute sich. Eine so hohe Spende hatte er in einer so kleinen Gemeinde nicht erwartet. Er sagte: "Ihr müsst einige reiche Leute in eurer Gemeinde haben."

Und plötzlich wurde uns klar: Von den etwas mehr als hundert Dollar stammten 87 von uns! Wir waren die reichste Familie in der Gemeinde! Der Missionar hatte es schließlich selbst gesagt, oder etwa nicht?


In diesem Sinne, viel viel Reichtum wünscht Ihnen

Ihre Helena Brandl



Frei nach der Erzählung von Eddie Organ aus dem Buch 'Die Nacht der Sternschnuppen' (Gerth Medien, Asslar).






Kleine Lebensfreuden

Juli/August 2005

Drei Prediger sitzen an ihrem freien Montag in einem Boot und angeln.
Plötzlich verfängt sich der Haken des ersten Predigers. Er legt seine Angel zur Seite, schaut auf seine Stiefel, nickt kurz, schwingt seine Beine über die Bordwand und geht über das Wasser bis zu der Stelle, wo sein Angelhaken festsitzt, macht ihn los und kommt zurück.

Kurz darauf hängt auch der Haken des zweiten Predigers fest. Ruhig legt auch er seine Angel zur Seite, zieht die Schuhe aus, nickt kurz, steigt aus dem Boot und geht über das Wasser, um seinen Haken los zu machen.
Wie es der Zufall so will, verheddert sich auch der Haken des dritten Predigers. Er ist noch nie auf dem Wasser gegangen. Doch wenn die beiden anderen das können, dann kann er das wohl doch auch.... Ein bisschen unsicher legt auch er seine Angel zur Seite, zieht langsam seine Schuhe aus, nickt kurz, steigt über Bord und – versinkt auf der Stelle.
Da schaut der erste Prediger den zweiten an, lächelt und fragt: 'Sollen wir ihm sagen, wo die Steine liegen?'

Hmmmmm. Auf dem Wasser gehen.....

Dem einen oder anderen wird die Erzählung im Matthäus-Evangelium, Kapitel 14, Verse 22-33 einfallen, wo beschrieben wird, wie der Jünger Petrus auf dem Wasser läuft. Schlagen Sie Ihre Bibel auf und lesen Sie nach – es ist eine spannende Geschichte!

Ja, hier steht die Anleitung, wie wir ohne Steine oder andere Tricks tatsächlich auf dem Wasser laufen können, wie wir eine schwierige Situation in unserem Leben meistern können, die uns bei kühler Betrachtung aussichtslos oder unlösbar erscheint....
Der Schlüssel dafür ist unser Glaube an Jesus, unser felsenfestes Vertrauen in IHM, egal was für Stürme um uns herumtoben.



Eine schöne, gesegnete Sommerzeit wünscht Ihnen herzlich

Ihre Helena Brandl





Kleine Lebensfreuden
Mai/Juni 2005

' Lachen ist gesund ! '

Hinter dieser alten Volksweisheit steckt eine große Wahrheit.
Studien haben belegt, dass Lachen die Durchblutung verbessert und das sog. Glückszentrum im Gehirn stimuliert. Wer kennt es nicht: das Gefühl befreiender Leichtigkeit nach einem guten Lachen! Lachen 'tut gut'.

Und wir dürfen auch mit gutem Gewissen herzlich lachen. Gott will, dass wir uns wohl fühlen und uns am Leben erfreuen.
Wichtig ist, dass das Verfolgen dieser Freude nicht unser Lebensinhalt, unser Lebensziel wird. Wir müssen auch darauf verzichten können, wenn unser Herr einen anderen Weg für uns vorsieht.
Und dann werden wir Freude und Glück in einer Tiefe und Intensität erleben, die sich jeder Beschreibung entzieht.

Herzliche Grüße

Ihre Helena Brandl




Hier ein paar kleine 'Lachtabletten':

Ein kleiner Igel verläuft sich im Gewächshaus. Immer wieder, wenn er an einen Kaktus stößt, ruft er verzweifelt: 'Mama! Bist du es?'

Ein Luftballon verläuft sich im Gewächshaus.
Plötzlich ruft er: 'Oh, je! Ein Kaktusssssssssssss !'

Eine Murmel verläuft sich im Treppenhaus. Plötz-lich ruft sie: '
Oh, je! Eine Trep-pe-pe-pe-pe-pe !'

Meint der Vater: 'Für so ein schlechtes Zeugnis
müsste es eigentlich Prügel geben!' Meint der
Sohn: 'Prima, Paps, ich weiss, wo der Lehrer wohnt!'

Die Mutter schimpft mit der Tochter: 'So geht das nicht weiter!
Entweder du isst jetzt leiser oder ich muss den Fernseher lauter stellen!'

Das Spinnenweibchen will einkaufen gehen.
Sagt das Spinnenmännchen: 'Nimm lieber das Netz mit!
Du weisst ja wie teuer jetzt die Platiktüten sind!'

Die Tante sitzt am Klavier und spielt und spielt und spielt...... Irgendwann meint der Neffe:
' Tante, wenn du nicht mehr anhalten kannst, ich glaube, das rechte Pedal ist die Bremse!'

Der Zoodirektor ruft ganz aufgeregt im Fundbüro an.
'Uns ist ein Elefant entlaufen! Ist bei Ihnen
vielleicht einer abgegeben worden?' - 'Welche
Farbe hat er denn?'